Abschnittsübersicht

  • Willkommen im sechsten Modul.

    In diesem Modul werden Sie

    • herausfinden, wie Sie die Inklusivität Ihrer Unterrichtspläne bewerten können
    • einige Inklusionselemente (Variablen) und deren Progressionsstufen (Rubriken) kennenlernen
    • Ihre Erfahrungen zur Bewertung teilen
    • Techniken und Instrumente zur Beweiserhebung erlernen
    • In diesem Modul geht es darum, wie man beurteilen kann, ob Unterrichtspläne inklusiv sind oder nicht. Aber über welche Art von Evaluation und welche Art von Inklusion sprechen wir?

      Es ist allgemein üblich, dass wir erst an die Bewertung denken, wenn wir die Aktivität beendet haben, und stellen dann fest, dass wir die Gelegenheit verpasst haben, während der Durchführung aller Aufgaben Informationen zu sammeln, und dass wir uns auf Aktivitäten konzentriert haben, die uns nicht die Informationen liefern, die wir zur Bewertung der gesetzten Ziele benötigt hätten.

      Aus diesem Grund wird in unserem Vorschlag die Planung der Intervention auf der Grundlage der Indikatoren, die uns bei der Bewertung der Unterrichtseinheit helfen werden, als wichtiger erachtet.

      Wenn wir definieren, was wir mit unserer pädagogischen Intervention erreichen wollen (Ziele), müssen wir auch darüber nachdenken, was wir beobachten werden, um zu bewerten, ob wir es erreicht haben (Variablen und Indikatoren), wie wir Situationen fördern können, in denen Leistung entsteht (Aktivitäten) und wie wir diese Informationen sammeln werden (Techniken und Instrumente).

      Was die Eingliederung betrifft, so geht dies über die Anpassung unseres Unterrichts an Themen wie Beeinträchtigung, kulturelle Vielfalt, Sprache oder den sozialen Hintergrund unserer Schüler:innen hinaus, da dies nur eine Art des Zuganges wäre. Der Zugang ist von grundlegender Bedeutung, er ist der erste Schritt zur Inklusion. Aber um von Inklusion zu sprechen, müssen wir einen Schritt weiter gehen, wir müssen den Unterricht für ALLE Schüler:innen attraktiv und motivierend gestalten, um sie in den Lernprozess einzubinden. Nur dann können wir sagen, dass unser Unterricht inklusiv ist. Unter diesem Gesichtspunkt befassen wir uns mit dem Thema Inklusion und beabsichtigen, eine neue Ressource und bewährte Verfahren für den European Toolkit for Schools [1] bereitzustellen.


      Es folgt die Tabelle mit allen Variablen und Fortschrittslevels:

      VARIABLE/ELEMENTE
      DER INKLUSION
      FORTSCHRITTSSTUFE

      FORTSCHRITTSSTUFE

                        1

      FORTSCHRITTSSTUFE

                        2

      FORTSCHRITTSSTUFE

                         3

       

      ZUSAMMENARBEIT

      Der Unterrichtsplan
      fördert die Interaktionen
      zwischen den
      Schüler:innen

      Der Unterrichtsplan
      beinhaltet die
      Aufgabenteilung zwischen
      den Schüler:innen, um ein
      gemeinsames Endprodukt
      zu scha ffenDer Unterrichtsplan
      beinhaltet die
      Aufgabenteilung zwischen
      den Schüler:innen, um ein
      gemeinsames Endprodukt
      zu schaffen

      Der Unterrichtsplan
      fördert die
      Selbstorganisation der
      Schüler:innen, um ein
      gemeinsames Endprodukt
      zu kreieren

       

      BEACHTUNG DER FÄHIGKEITEN DER SCHÜLER:INNEN

      Der Unterrichtsplan
      berücksichtigt
      verschiedene Lernziele,
      die an die Fähigkeiten der
      Schüler:innen angepasst
      sind

      Der Unterrichtsplan wird
      entworfen, nachdem das
      Ausgangsniveau der
      Schüler:innen bekannt ist
      und nachdem ihre
      Lernziele mit ihnen
      vereinbart wurden

      Der Unterrichtsplan
      ermöglicht den
      Schüler:innen, ihre
      unterschiedlichen
      Fähigkeiten darzustellen (
      künstlerisch,
      mathematisch,
      empathisch...) und
      erreicht die vereinbarten
      Lernziele

       

      SELBSTACHTUNG –
      SELBSTVERTRAUEN

      Der Unterrichtsplan
      ermöglicht Lehrkräften,
      ihren Schüler:innen ihre
      Werte, Fähigkeiten und
      Möglichkeiten zu zeigen

      Der Unterrichtsplan
      ermöglicht den
      Schüler:innen ihre
      eigenen Werte,
      Fähigkeiten und
      Potenziale zu entdecken

      Der Unterrichtsplan
      ermöglicht es den
      Schüler:innen, neue
      Werte, Fähigkeiten und
      Möglichkeiten zu
      entwickeln

       

      ARBEIT DER SCHÜLER:INNEN EINEN WERT GEBEN

      Der Unterrichtsplan
      beinhaltet die
      Ausarbeitung eines
      Endprodukts durch die
      Schüler:innen

      Der Unterrichtsplan
      fördert die Ausarbeitung
      eines Endprodukts durch
      die Schüler:innen, das
      innerhalb der Schule
      verbreitet werden soll

      Der Unterrichtsplan
      fördert die Ausarbeitung
      einer Abschlussarbeit von
      Schüler:innen zur
      Verwendung durch
      Lehrkräfte oder andere
      Personen
      (Service-Learning)

      FÖRDERUNG DER EMOTIONALEN BETEILIGUNG VON SCHÜLER:INNEN

      Der Unterrichtsplan
      enthält theoretische
      Informationen über
      Emotionen oder kann
      Emotionen hervorrufen,
      aber es findet keine
      Reflexion darüber statt

      Der Unterrichtsplan
      fördert das Erkennen der
      eigenen Emotionen und
      wie man sie akzeptiert
      und handhabt

      das Erkennen eigener
      Emotionen und jener von
      anderen

      KREATIVITÄT BEI DER PROBLEMLÖSUNG

      Der Unterrichtsplan liefert
      theoretische
      Informationen zur
      Problemlösung

      Der Unterrichtsplan zeigt
      den Schüler:innen gute
      Übungen, um Probleme
      zu lösen

      Der Unterrichtsplan bringt
      die Schüler:innen dazu,
      echte Probleme selbst zu
      lösen

       

      AUTONOMIE

      Der Unterrichtsplan gibt
      den Schüler:innen die
      Flexibilität, in ihrem
      eigenen Rhythmus zu
      arbeiten.

      Der Unterrichtsplan gibt
      den Schüler:innen die
      Flexibilität, in ihrem
      eigenen Rhythmus zu
      arbeiten, und gibt ihnen
      Werkzeuge, um ihre Arbeit
      selbst zu organisieren

      Der Unterrichtsplan gibt
      den Schüler:innen
      Flexibilität, um in ihrem
      eigenen Rhythmus zu
      arbeiten und gibt ihnen
      Tools, um ihre Arbeit zu
      organisieren und er
      beinhaltet Mechanismen
      zur Nachbereitung ihrer
      Arbeit

      ANPASSUNG AN DIE BEDÜRFNISSE DER SCHÜLER:INNEN

      Der Unterrichtsplan
      basiert auf den von den
      Lehrkräften
      diagnostizierten
      Bedürfnissen der
      Schüler:innen

      Der Unterrichtsplan wird
      von Schüler:innen und
      Lehrkräften gemeinsam
      auf der Grundlage der
      Bedürfnisse der
      Schüler:innen de finiert

      Der Unterrichtsplan ist
      von Schüler:innen
      vorgeschlagen,
      implementiert und
      bewertet und basierend
      auf ihren eigenen
      Bedürfnissen



      Wenn das durchgeführt wurde, müssen Lehrer:innen Aktivitäten in ihre Unterrrichtspläne einschließen, die es ihnen erlauben, die gewählten Fortschrittsziele zu erreichen. Genau das ist der Grund warum es so wesentlich ist, dass in der Entwurfsphase der Unterrichtsplanung bereits die Variablen und der Fortschrittlevel ausgewählt werden. So können wir die passenden Aktivitäten auswählen, um erfolgreich ans Ziel zu gelangen.

      Reflexionsaufgaben

      Gibt es noch andere Variablen, die wichtig für Inklusivität sind und hier möglicherweise noch fehlen?

      Vor der Auswahl der Progressionsstufe muss die Lehrkraft überprüfen, auf welcher Stufe sich die Schüler:innen in Bezug auf diese Variablen be finden. Denn wählen Sie Stufe 3, obwohl Ihre Schüler:innen noch nicht einmal Stufe 1 erreicht haben, wird diese Stufe schwer zu erreichen sein, die Schüler:innen werden überfordert. Passiert aber das Gegenteil, das heißt, soll das Ziel des
      Unterrichtsplans sein, Stufe 2 zu erreichen und die Schüler:innen befi nden sich schon auf Stufe 3 eingestellt, wird es zu keinem Lernfortschritt kommen
      An folgendem Beispiel wird das erörtert: Eine Lehrkraft möchte ihren Unterricht durch die Variable Förderung der emotionalen Beteiligung der Schüler:innen inklusiv gestalten:

      Variable

      Progressionsstufe                        1

      Progressionsstufe   2

      Progressionsstufe 3

      Förderung der
      emotionalen
      Beteiligung der
      Schüler:innen

      Der Unterrichtsplan
      enthält theoretische
      Informationen über
      Emotionen oder kann
      Emotionen provozieren,
      aber es findet keine
      Reflexion darüber statt

      Der Unterrichtsplan
      fördert das Erkennen
      der eigenen
      Emotionen und wie
      man sie akzeptiert
      und handhabt

      Der Unterrichtsplan
      fördert das Erkennen
      der eigenen
      Emotionen und der
      anderer Menschen


      Aber die Lehrkraft weiß nicht, ob ihre Schüler:innen ihre eigenen Emotionen bereits erkennen und akzeptieren oder noch nicht. Falls nicht, sollte die gewählte Fortschrittsstufe 1 oder 2 sein, aber für den Fall, dass sie ihre eigenen Emotionen bereits erkennen und akzeptieren, müssen Sie Stufe 3 anstreben.
      Um herauszufinden, ob Ihre Schüler:innen ihre eigenen Emotionen erkennen oder nicht, müssen Sie im Vorfeld eine Aktivität (oder mehrere) durchführen, das Ergebnis dieser Aktivität zeigt Ihnen, welche Stufe Sie wählen müssen.
      Ein Beispiel für vorangehende Aktivitäten könnte ein kurzes Rollenspiel sein, das sich auf Situationen bezieht, die den Schüler:innen bekannter oder unbekannter sind (ein Teenager, dem gerade das Herz gebrochen wurde, ein syrischer Teenager, der gerade mit seiner Familie in Ihrem Land angekommen ist, eine Frau, die gerade ihren Job verloren hat, ...), um zu sehen, wie die Schüler:innen

      reagieren.

      Es kann auch vorkommen, dass trotz des Zieles, Stufe 2 zu erreichen, die von den Schüler:innen tatsächlich erreichte Stufe 3 ist. Aus diesem Grund ist es bei der Bewertung von Inklusion im Unterrichtsplan wichtig, anzugeben, welche letzte Fortschrittsstufe erreicht wurde.

      Um eine solide Bewertung sicherzustellen, müssen Beweise gesammelt werden. Daher muss erläutert werden, welche Aktivitäten in Bezug auf die Variable durchgeführt wurden, welche Nachweise gesammelt wurden und wie sie gesammelt wurden.

      Es ist nicht einfach, Beweise zu sammeln, die sich beispielsweise auf das Erkennen der eigenen Emotionen beziehen. Das geht nicht mit einer Prüfung, sondern wir brauchen andere Arten von Instrumenten. In der folgenden Tabelle haben wir einige davon je nach verwendeter Technik geordnet und zusammengestellt:


      Die Wahl des einen oder anderen Instruments hängt von mehreren Faktoren ab, wie der Art der Aktivität, der verfügbaren Zeit oder der Art der zu bescha ffenden Informationen.
      Mit den gewonnenen Informationen können wir beurteilen, ob wir das Niveau erreicht haben, das wir in der Rubrik erreichen wollten, ebenso ob unser Unterrichtsplan daher inklusiv ist oder nicht.

      Um auf das Beispiel der vorangehenden Aktivität (Rollenspiel der Emotionen) zurückzukommen, um herauszufinden, ob die Schüler:innen ihre eigenen Emotionen und/oder die anderer erkennen, ist das Wichtigste die Analyse ihrer Reden, deshalb können wir Befragungstechniken (die Schüler:innen nach  jedem Rollenspiel fragen, wie sich ihre Figuren ihrer Meinung nach fühlen) und Beobachtungstechniken (in einer Einzelaufzeichnung die Körpersprache und Haltung der Schüler:innen aufschreiben, wenn sie nach Emotionen gefragt werden) verwenden. Wir können die Szenen sogar aufzeichnen, damit Sie die Reaktionen aller Schüler:innen im Auge behalten können.

      Wenn Sie Ihre Unterrichtspläne unter diesem Gesichtspunkt erstellen, werden Sie über Ihren eigenen Unterricht reflektieren, was Ihnen wiederum hilft, eine bessere Lehrkraft zu werden.


    • Glückwunsch!

      Sie haben nun den Kurs „Stärkung der digitalen Bereitschaft“ abgeschlossen und hoffentlich Inspirationen und Ideen für Ihre eigene Unterrichtspraxis gesammelt.

      Aufgabe 6:

      Hoffentlich haben Sie bereits viele Ideen, wie Sie Ihren Unterricht inklusiv gestalten können. Ihre letzte Aufgabe besteht nun darin, eine Stundenplanung zu erstellen, in der Sie das Gelernte einfließen lassen. Zum Beispiel zu Themen wie Digitale Kompetenz und Medienkompetenz oder Global Citizenship. Das Wichtigste ist, dass der Unterricht inklusiv ist. Sie können dies mit den Variablen aus Modul 6 überprüfen.

      Sie sollten den Lesson Plan Creator verwenden, um Ihren Unterrichtsplan auf der DigiEdu4All-Plattform zu veröffentlichen.
      Dafür müssen Sie sich für ein kostenloses Konto registrieren und dann zum Lesson Plan Creator gehen.

      Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Erstellen.